SWOT

Details
Vollständiger Name

SWOT-Analyse

Auch bekannt als

SWOT-Matrix, TOWS-Analyse

Kernkonzepte:

SWOT = Stärken / Schwächen / Chancen / Bedrohungen (englisches Akronym: Strengths / Weaknesses / Opportunities / Threats)

Strengths (Stärken)

Interne positive Eigenschaften und Ressourcen, die dem Betrachtungsobjekt einen Vorteil gegenüber anderen verschaffen

Weaknesses (Schwächen)

Interne negative Eigenschaften oder Einschränkungen, die das Betrachtungsobjekt gegenüber anderen benachteiligen

Opportunities (Chancen)

Externe Faktoren oder Trends, die das Betrachtungsobjekt zu seinem Vorteil nutzen könnte

Threats (Risiken)

Externe Faktoren oder Bedingungen, die Probleme verursachen oder den Erfolg des Betrachtungsobjekts gefährden könnten

Intern vs. Extern

Stärken und Schwächen sind intern (beeinflussbar); Chancen und Risiken sind extern (umgebungsbedingt)

Gegenwart vs. Zukunft

Stärken und Schwächen spiegeln den aktuellen Zustand wider; Chancen und Risiken blicken auf zukünftige Bedingungen

TOWS-Variante

Systematische Ableitung von Strategien durch Kreuzvergleich der SWOT-Quadranten (SO-, ST-, WO-, WT-Strategien)

Schlüsselvertreter

Albert Humphrey (Stanford Research Institute, 1960er–1970er Jahre)

Wann zu verwenden:

  • Strategische Planung für ein Produkt, Projekt, eine Organisation oder Technologieentscheidung

  • Wettbewerbsanalyse zur Bestimmung der Marktpositionierung

  • Ganzheitliche Bewertung einer Architektur- oder Technologieentscheidung

  • Team-Retrospektiven zur Zustandsbewertung vor der nächsten Planungsrunde

  • Erstellung von Business Cases und Stakeholder-Kommunikation

Verwandte Anker:

Kritik:

  • Hill & Westbrook, "SWOT Analysis: It’s Time for a Product Recall" (Long Range Planning, 1997) — in einer Studie mit 20 Unternehmen erzeugte SWOT lange, vage, ungewichtete Stichpunktlisten, die nie verifiziert und im anschließenden Strategieprozess nie verwendet wurden

  • Kritisiert als statische Momentaufnahme: keine Priorisierung, keine Wahrscheinlichkeits- oder Wirkungsgewichtung, kein eingebauter Schritt von der Analyse zur Handlung — die TOWS-Variante existiert genau, um diese Lücke zu schließen

  • Im Diskurs benannte Alternativen: strukturierte Optionsbewertung (z. B. Pugh-Matrix) und evolutionsbewusste Positionierung (Wardley Mapping), wo die vier statischen Quadranten von SWOT zu kurz greifen