Simons Konstruktivismus
Details
- Vollständiger Name
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Simons Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus
- Auch bekannt als
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Simons systemische Epistemologie, Klinische Epistemologie
Kernkonzepte:
- Systemisches Denken = Systemtheoretisches Erklären
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"Systemtheorie beschäftigt sich mit der 'Welt der Objekte'; aber sie isoliert sie nicht aus ihren realen Zusammenhängen, sondern setzt sie in Beziehung zueinander." Systemisches Denken ist systemtheoretisches Erklären — nicht nur Beschreiben. (Simon, Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus, Vorbemerkung)
- Emergente Eigenschaften
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"Systeme sind aus mehreren Teilen zusammengesetzte Einheiten, deren Eigenschaften emergent, d.h. nicht durch die schlichte Addition der Eigenschaften ihrer Teile herstellbar waren." (Kap. 1)
- Triviale vs. nichttriviale Maschinen
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Triviale Maschinen sind vorhersagbar (gleicher Input → gleicher Output). Nichttriviale Maschinen hängen vom inneren Zustand ab — sie sind geschichtsabhängig und nicht vollständig vorhersagbar. Soziale Systeme sind nichttriviale Maschinen. (Kap. 3.1)
- Kybernetik der Kybernetik (2. Ordnung)
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Der Beobachter ist immer Teil des beobachteten Systems. "Die Kybernetik der Kybernetik — der Beobachter wird in die Beobachtung einbezogen." (Kap. 3.2)
- Viabilität vs. Wahrheit
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"Wahrheit vs. Viabilität — Die 'Passung' zwischen Landschaft und Landkarte." Wissen ist nicht "wahr" im absoluten Sinne, sondern viabel, wenn es erfolgreiches Operieren in einer gegebenen Umwelt ermöglicht. (Kap. 4.5)
- Information als "Unterschiede, die Unterschiede machen"
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(Gregory Bateson) Information wird nicht übertragen, sondern vom Empfänger erzeugt. "Unterschiede, die Unterschiede machen." Das Sender-Empfänger-Modell wird durch zirkuläre Kausalität ersetzt. (Kap. 4.1)
- Beobachtung = Unterscheiden und Bezeichnen
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Jede Beobachtung zieht eine Unterscheidung und benennt eine Seite. Die andere Seite bleibt unbezeichnet. (Kap. 4.3, nach George Spencer-Brown)
- Operationale Schließung
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"Systeme sind operativ geschlossen und können nur nach ihrer eigenen Logik operieren." (Kap. 3.4)
- Perturbation vs. Instruktion
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"Systeme können nicht instruiert, nur irritiert (perturbiert) werden." — Ein zentrales Prinzip für jedes Interventionsdesign. (Kap. 3.5)
- Strukturelle Kopplung + Koevolution
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Systeme prägen gegenseitig ihre Umwelten über Zeit, was zu koordinierter struktureller Drift ohne direkte Kausalität führt. (Kap. 5.1)
- Sinndimensionen (Sozial-, Sach-, Zeitdimension)
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Jede Kommunikation (im Luhmannschen Sinne) operiert gleichzeitig in drei Dimensionen: sozial (wer), sachlich (was), zeitlich (wann). (Kap. 6.4, nach Luhmann)
- Schlüsselvertreter
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Fritz B. Simon (Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus, 2006, 8. Aufl. 2017), Humberto Maturana (Autopoiesis), Gregory Bateson (Kybernetik), Heinz von Foerster (Konstruktivismus), Ernst von Glasersfeld (Radikaler Konstruktivismus)
Wann zu verwenden:
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Schulung von Teams in systemischem Denken für komplexe Problemlösungen
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Entwurf von Interventionen, wo direkte Steuerung unmöglich ist (Organisationen, Familien, Ökosysteme)
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Verstehen, warum gleicher Input in menschlichen Systemen zu unterschiedlichen Ergebnissen führt
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Entwicklung feedback-bewusster Designs für sozio-technische Systeme
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Unterscheidung zwischen Beschreiben, Erklären und Bewerten in Anforderungsdefinitionen
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Aufbau von Bewusstsein für Beobachter-Bias in Systemdesign und -analyse
Verhältnis zu anderen Ankern:
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Pädagogische Brücke zwischen Luhmanns Systemtheorie und praktischer Anwendung
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Theoretische Grundlage für Systemische Beratung-Methoden
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Liefert die erkenntnistheoretische Basis für das System-Theoretische Semantische Anker Framework (siehe separater Vorschlag)
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"Zehn Gebote des systemischen Denkens" (Kap. 7) sind ein direkter Vorläufer von Semantischen Kontrakten (siehe separater Vorschlag)
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Kontrastiert mit rein technischer Systemtheorie (z. B. allgemeine Systemtheorie, Bertalanffy)
- Zitat
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"Regeln kann man leichter verändern als Menschen." (Fritz B. Simon)