Plain English nach Strunk & White ist der auf Klarheit ausgerichtete Schreibstil aus „The Elements of Style“ von William Strunk Jr. (1918), überarbeitet von E.B. White (1959). Zu seinen Regeln gehören: überflüssige Wörter weglassen, Aktiv statt Passiv, konkrete Sprache, mit Substantiven und Verben schreiben, wichtige Wörter ans Satzende. Linguisten wie Geoffrey K. Pullum kritisieren, dass das Buch Stilvorlieben als Regeln des Englischen ausgibt.

Plain English nach Strunk & White

Details
Vollständiger Name

Plain English nach Strunk & White ("The Elements of Style")

Auch bekannt als

Strunk & White, The Elements of Style, Plain Style Writing

Kernkonzepte:

Überflüssige Wörter weglassen

Jedes Wort in einem Satz muss einen Zweck erfüllen; Wörter, die nur Volumen ohne Bedeutung erzeugen, werden gestrichen — "the fact that" → "that", "owing to the fact that" → "since"

Aktiv statt Passiv

Aktive Konstruktionen sind direkter, lebendiger und prägnanter als passivische — "Der Hund biss den Mann" nicht "Der Mann wurde vom Hund gebissen"

Konkrete und spezifische Sprache

Das Besondere und Greifbare dem Vagen und Abstrakten vorziehen; konkrete Details machen Texte lebendig und überzeugend

Mit Substantiven und Verben schreiben

Starke Substantive und Verben statt Adjektive und Adverbien verwenden; das richtige Substantiv oder Verb macht Attribute überflüssig

Wichtige Wörter ans Satzende

Die wichtigste Aussage eines Satzes gehört ans Ende — die Position mit der größten Wirkung

Parallele Strukturen verwenden

Koordinierte Ideen in ähnlicher grammatischer Form ausdrücken; Parallelismus erleichtert das Verständnis und gibt dem Text einen angenehmen Rhythmus

Abschwächende Wörter vermeiden

Abschwächer wie "ziemlich", "irgendwie", "ein bisschen" entfernen — sie verwässern die Kraft der Aussage

Überarbeiten und umschreiben

Gutes Schreiben ist Umschreiben; ein erster Entwurf ist ein Ausgangspunkt, kein fertiges Produkt

Schlüsselvertreter

William Strunk Jr. ("The Elements of Style", 1918); E.B. White (überarbeitete Ausgabe, 1959)

Wann zu verwenden:

  • Beim Verfassen technischer Dokumentationen, Berichte, E-Mails und API-Dokumentationen

  • Beim Überprüfen oder Redigieren englischer Prosatexte auf Klarheit und Prägnanz

  • Beim Coaching von Autoren zur Reduktion von wortreicher oder bürokratischer Sprache

  • Bei der Vorbereitung von Kommunikation für ein breites, nicht-spezialisiertes Publikum

  • Überall dort, wo Klarheit und Kürze an erster Stelle stehen

Verwandte Anker:

Kritik:

  • Geoffrey K. Pullum, "50 Years of Stupid Grammar Advice" (The Chronicle of Higher Education, 2009) — mehrere Grammatik-Behauptungen des Buchs sind sachlich falsch (manche "Passiv"-Beispiele sind gar kein Passiv), und die Autoren verletzen routinemäßig ihre eigenen Regeln; Linguisten kritisieren, dass persönliche Stilvorlieben als Regeln des Englischen ausgegeben werden

  • Die Pauschalregeln ("Passiv vermeiden", "überflüssige Wörter streichen") gelten als Dogma, wenn sie mechanisch angewendet werden — das Passiv ist die richtige Wahl, wann immer der Empfänger der Handlung das Thema ist

  • Im Diskurs benannte Alternativen: Joseph M. Williams, "Style: Toward Clarity and Grace" (1990) und Steven Pinker, "The Sense of Style" (2014) — Klarheits-Leitfäden, die auf Linguistik und Leserpsychologie statt auf Präskription gründen