Laws of UX ist Jon Yablonskis Sammlung psychologischer Prinzipien für die Gestaltung von Oberflächen, 2018 als Website und später als O'Reilly-Buch erschienen. Sie benennt Effekte wie Fitts's Law, Hick's Law, Jakob's Law, Miller's Law und die Doherty-Schwelle, sodass sich Gestaltungsentscheidungen auf ein bekanntes Prinzip berufen können.

Laws of UX

Details
Vollständiger Name

Laws of UX — Jon Yablonskis Sammlung psychologischer Prinzipien für die Gestaltung von Oberflächen, 2018 als Website und 2020 als Buch bei O’Reilly erschienen

Auch bekannt als

lawsofux.com; Yablonskis Laws of UX

Kernkonzepte:

  • Eine kuratierte Sammlung, keine neue Theorie. Yablonski sammelt bekannte Befunde aus Psychologie und HCI und formuliert jeden als Gestaltungsregel. Er startete die Website Mitte Januar 2018 mit zehn Gesetzen ("with 10 laws").

  • Gesetze über Bewegung und Wahl. Fitts’s Law: Die Zeit, ein Ziel zu treffen, hängt von seiner Größe und Entfernung ab. Hick’s Law: Die Entscheidungszeit wächst mit der Zahl der Optionen.

  • Gesetze über Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Miller’s Law, der serielle Positionseffekt, der Von-Restorff-Effekt, der Zeigarnik-Effekt und die kognitive Last beschreiben, was Nutzer im Kopf behalten können und was heraussticht.

  • Gesetze über Erwartungen. Jakob’s Law: Nutzer erwarten, dass eine Website so funktioniert wie die, die sie schon kennen. Der Aesthetic-Usability-Effekt: Nutzer halten ansprechende Entwürfe für leichter bedienbar.

  • Gesetze über das Erleben in der Zeit. Die Peak-End-Regel, der Goal-Gradient-Effekt und die Doherty Threshold betreffen, wie Nutzer ein Erlebnis erinnern, wie sie kurz vor dem Ziel schneller werden und wie schnell ein System antworten muss.

  • Gesetze über Komplexität. Tesler’s Law: Jedes System hat Komplexität, die sich nicht beseitigen, nur verschieben lässt. Postel’s Law: Großzügig bei dem, was man annimmt, streng bei dem, was man sendet.

  • Gruppierungsgesetze aus der Gestaltpsychologie. Die Sammlung enthält das Gesetz der Nähe und das Gesetz der gemeinsamen Region.

    Wichtige Vertreter

    Jon Yablonski (Laws of UX, O’Reilly, April 2020; 2. Auflage, Januar 2024); den Start der Website schildert er in einem Interview im Adobe Blog mit Sheena Lyonnais, 17. April 2018

Wann verwenden:

  • Ein Formular oder einen Bildschirm prüfen, wenn die Befunde einen Mechanismus nennen sollen: Zielgröße, Zahl der Optionen, Gedächtnislast

  • Eine Designentscheidung gegenüber Stakeholdern mit bekannten Effekten begründen

  • Antwortzeiten, Onboarding-Schritte und Fortschrittsanzeigen planen

  • Ein Modell eine Oberfläche prüfen lassen: Mit dem Anker zitiert es regelmäßig Fitts’s und Hick’s Law und auf den stärkeren Modellstufen zehn und mehr Gesetze

Häufige Missverständnisse:

  • Sie für Naturgesetze halten. Die Sammlung mischt Modelle, Effekte und Heuristiken sehr unterschiedlicher Stärke.

  • Miller’s Law als Obergrenze für Menüpunkte lesen. Es betrifft das Kurzzeitgedächtnis, nicht die Zahl der Einträge in einer Navigation.

  • Ein Gesetz isoliert anwenden. Die Gesetze wirken zusammen und können in verschiedene Richtungen ziehen; ein Gesetz allein entscheidet selten eine Designfrage.

  • Erwarten, dass die Baseline sie nennt. In unserem Prior-Test am 28.10.2026 zitierte keine Baseline-Prüfung eines Anmeldeformulars auch nur ein Gesetz. Mit „Laws of UX“ zitierten sechs von sechs Läufen Fitts’s und Hick’s Law, fünf von sechs Miller’s Law; Sonnet und Opus zitierten zehn bis zwölf Gesetze pro Antwort.

Kritik:

  • Keine Gesetze, und eine willkürliche Auswahl. Marcin Wichary argumentiert in "Book review: Laws of UX (2nd ed.)" (Unsung-Blog), die „Gesetze“ seien keine Gesetze im wissenschaftlichen Sinn und die Auswahl sei willkürlich; das Buch verstehe nicht ganz, wie Gestaltung funktioniert ("the book doesn’t fully understand how design works.").

  • Eine veraltete Lesart von Miller. D. Ben Woods merkt in seiner Rezension bei UXmatters (23. November 2020) an, dass das Kapitel zu Miller’s Law noch mit der alten Zahl sieben plus/minus zwei arbeitet.