Event Storming according to Alberto Brandolini

Details
Vollständiger Name

Event Storming

Auch bekannt als

EventStorming (Brandolini)

Kernkonzepte:

Domain Events auf einer Zeitachse

Die Domäne als Domain Events in der Vergangenheitsform (orange Stickies) modellieren, von links nach rechts auf einer breiten Wand — so wird rekonstruiert, wie das Geschäft tatsächlich über die Zeit abläuft

Die Farb-Notation

Ein festes Sticky-Vokabular — orange = Domain Event, blau = Command, gelb = Aggregate, lila = Policy (reaktives „immer wenn… dann…"), grün = Read Model, pink = External System, rot = Hotspot (Konflikt, Frage, Annahme)

Drei Ebenen

Big Picture (die ganze Domäne mit allen Stakeholdern erkunden), Process Modeling (in einen Fluss zoomen: Command → Event → Policy → Command), Design Level (Aggregates, Commands und Events detailliert genug zur Implementierung)

Pivotal Events

Events, die Phasenübergänge oder Grenzen markieren — starke Kandidaten für Bounded-Context-Nahtstellen

Hotspots

Konflikte, Unbekanntes und Annahmen explizit an der Wand machen, statt sie zu übergehen — sie werden zur Agenda

Chaotische Exploration → erzwungene Zeitachse

Erst fügen alle parallel Events hinzu (divergieren), dann ordnet und entdoppelt die Gruppe sie zu einer kohärenten Linie (konvergieren)

Key Proponents

Alberto Brandolini (erster Lauf 2012, Blogpost „Introducing EventStorming" 2013; Leanpub-Buch, laufend aktualisiert)

Verwendung:

  • Start eines Domain-Driven-Design-Vorhabens — Bounded Contexts und Aggregate-Grenzen kollaborativ entdecken

  • Business und Engineering auf ein gemeinsames, visuelles Domänenmodell ausrichten

  • Vor der Entscheidung für eine Event-Driven- oder CQRS-Architektur — zuerst die Events/Commands entdecken

  • Reverse Event Storming an Legacy-Systemen (gut für einen AI-Agenten geeignet): Zustandsübergänge extrahieren → auf Domain Events abbilden → zu Aggregates clustern → Bounded Contexts sichtbar machen

Nicht verwenden:

  • Triviale CRUD-Domänen ohne nennenswerten Prozess oder Geschäftsregeln

  • Solo-Modellierung, bei der die kollaborative, rollenübergreifende Entdeckung — der eigentliche Zweck — fehlt

Verwandte Anker:

  • Domain-Driven Design — das Vokabular (Aggregates, Bounded Contexts), das Event Storming entdeckt; oft der Einstieg in DDD

  • User Story Mapping — aktivitätszentrierte Abbildung vs. event-zentrierte Entdeckung

  • CQRS — an der Wand gefundene Commands und Read Models speisen eine spätere CQRS-Entscheidung

  • Event-Driven Architecture — der Modellierungsschritt, der dem Routing der Events vorausgeht