Curse of Knowledge

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Auch bekannt als

Curse of Expertise, Fluch des Wissens

Kernkonzepte:

Wissen macht Nicht-Wissen unmöglich

Sobald man etwas verstanden hat, kann man nur schwer rekonstruieren, wie es war, es nicht zu wissen; der Geisteszustand des Anfängers wird unzugänglich.

Überschätzter geteilter Kontext

Experten setzen systematisch Hintergrundwissen, Vokabular und Zwischenschritte voraus, über die das Publikum tatsächlich nicht verfügt.

Unerklärter Jargon und übersprungene Schritte

Der Bias zeigt sich als undefinierte Fachbegriffe und logische Verbindungen, die der Autor "errät", der Leser aber nicht nachvollziehen kann.

Empathielücke

Ein Versäumnis, den tatsächlichen Wissensstand des Publikums zu modellieren, nicht ein Mangel an Intelligenz beim Publikum.

Gegenmittel — offenlegen und externalisieren

Verborgene Annahmen explizit machen, Begriffe definieren, übersprungene Schritte ausformulieren und gegen einen repräsentativen Leser testen statt gegen sich selbst.

Schlüsselvertreter

Colin Camerer, George Loewenstein, Martin Weber ("The Curse of Knowledge in Economic Settings: An Experimental Analysis", Journal of Political Economy 97(5):1232-1254, 1989 — prägten den Begriff); Chip Heath, Dan Heath ("Made to Stick", 2007 — machten ihn bekannt und beriefen sich auf Elizabeth Newtons "Tapper und Zuhörer"-Studie von 1990); Steven Pinker ("The Sense of Style", 2014 — benennt ihn als Hauptursache schlechten Schreibens)

Wann zu verwenden:

  • Begutachtung von Dokumentation, Tutorials oder Onboarding-Material für ein Publikum, das weniger Experte ist als der Autor

  • Diagnose, warum eine Erklärung, ein Vortrag oder eine Fehlermeldung die Leser verwirrt

  • Lehre: Entscheiden, welche Schritte und Begriffe explizit gemacht statt vorausgesetzt werden müssen

  • Einen LLM anweisen, für ein Nicht-Experten-Publikum zu schreiben oder seine eigenen Annahmen und definierten Begriffe offenzulegen

  • Code-Review von Kommentaren, API-Dokumentation und Commit-Nachrichten, die zu viel Kontext voraussetzen

Verwandte Anker:

Aktueller Status:

  • Steven Pinker fasste den Bias in "The Sense of Style" (2014) als Schreibproblem neu, nannte ihn "the single best explanation I know of why good people write bad prose" und empfahl, Texte gegen einen repräsentativen Leser zu testen — die Deutung, die die heutige Diskussion des Begriffs außerhalb der Ökonomie am wahrscheinlichsten dominiert